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After five years living money free I dedicate my time to workshops to achieve autarky and practical post scarcity.
Currently I build biomeiler (chip piles) for heating and develop small scale digestion systems usable in flats or gardens to produce methane for cooking, heating and electricity. Additionally I am contributing to classes on thepublicschool.org like self-sufficiency & off the grid living and open source hardware & permaculture.

If you have questions or feel to support the process don't hesitate to drop me a message or contact me securely.


Die €-Kolonie

Georg Schramm als Oberst Sanftleben

Georg Schramm

Ich bin heute Abend gekommen, um einen kleinen Lagebericht zu geben über einen Kriegsschauplatz einer ganz anderen Art. Lassen Sie mich dazu einführend Goethe zitieren aus der Kannonade von Walmi "Hier und heute dürfen wir dabei sein, wie die Weltgeschichte ein neues Kapitel aufschlägt und wir dürfen sagen, wir haben es gesehen" oder so ähnlich. Nicht, wovon wir reden ist einen neue Art von Krieg, der erste Krieg, der mit virtuellen Waffen geführt wird. Es ist der Krieg "Geld gegen Staaten". Ein sehr ungleicher Krieg, ich sage es gleich: Wir machen da keinen Stich. Der Gegner setzt Massenvernichtungswaffen ein CTO, CTS, SWAPS, Derivate, Leerverkäufe. Sie kennen Warren Buffett, einer der reichsten Männer der Welt, er verlangt seit eineinhalb Jahren bereits das Verbot dieser Massenvernichtungswaffen. "Finanzielle Massenvernichtungswaffen müssen verboten werden, weil sie die reale Weltwirtschaft bedrohen.", sagt Warren Buffett. So viel als Einleitung.

Karte 1

So, bitte mal die Karte. Der Krieg Geld gegen Staaten begann im Jahr 2007 mit einem Angriff von big money. Dieser Angriff erfolgte dezentral aber global auf sämtliche faulen kredithandelnden Banken dieser Welt speziell allerdings im Euro-Raum, im Pfund-Raum und im Dollar-Raum. Die faulen Kredite waren zum Teil vom Angreifer sogar in die Länder eingeschleust worden. Man ging davon aus, die Banken werden gerettet durch die Staaten, was auch erfolgt ist. Ergebnis: dabei haben die ihr ganzes Pulver auf einmal verschossen, Ergebnis ist bekannt: Banken gerettet, Staatshaushalt überschuldet, hatten kein Pulver mehr, sozusagen - kleines Wortspiel. [Lachen]

Karte 2 - EU
Karte 2

Die nächste Karte bitte. Der aktuelle Angriff meine lieben Landsleute erfolgte letzte Woche, wie sie wissen dieses Mal nicht dezentral, sondern der Gegner war sich dessen bewusst, dass unsere Pulverkammern leer sind. Deswegen ging der Stoß gezielt auf Euro-Land, weil es nicht mehr richtig wehrfähig ist. Der Stoß wurde übrigens vorbereitet schon seit Mitte Februar. In Manhatten gab es ein Treffen der Angreifer, darunter so namhafte Investoren wie Brigade Kapital, allerdings auch verdeckte Händler von internationalen Großbanken von Goldman bis Ackermann. Hier führt der Stoß gezielt über die Südfront - sie wissen natürlich, warum. Südfront, das ist unsere ökonomische Achillesferse. Griechenland, Italien, Spanien, Portugal - dort schwächelt das Land am stärksten, hier wird zugeschlagen. Letzten Freitag war es dann soweit, meine Landsleute, der Oberbefehlshaber der französischen Einheiten im Euro-Land hat erstmals von Mobilmachung gesprochen und zwar von Generalmobilmachung. Seit dem laufen die Geldpressen in ganz Euro-Land Tag und Nacht. Wenn es uns gelingt, mit dieser Methode den Angriff zurück zu schlagen, jetzt sieht es ja so aus, als ob es uns gelingt, dann haben wir da vielleicht ein bisschen Schlachtenglück, liebe Landsleute. Und der nächste aktive Stoß geht nicht mehr auf Euro-Land, sondern verlagert sich auf einen Angriff auf Pfundland und Dollar.

Georg Schramm
Karte 3

Die nächste Karte bitte. Pfund und Dollarland sind beide kaum noch verteidigungsfähig, das muss man sagen, bedingt abwehrbereit, das muss man sagen, finanzwaffentechnisch auf dem Nullpunkt - da laufen die Notenpressen seit über einem Jahr schon überhitzt, überlastet und veraltet - beide sind im Grunde sturmreif, also fällig für einen solchen Angriff. Einziger Grund, warum der Angriff nicht erfolgt, liebe Landsleute, wäre, es gibt alte gute Beziehungen dieser beiden Staaten, dieser beiden Zonen zu big money aus früheren Zeiten. Man hat gemeinsam erfolgreich größere Feldzüge durchgeführt. Man munkelt, es gäbe noch einen geheimen Waffenstillstandspakt zwischen Dollar, Pfund und den Angreifern.

Georg Schramm
Karte 4

Das könnte natürlich nun dazu führen, dass wir in unserem Land - die nächste Karte bitte - hier einen Abnutzungskrieg mit Dauerangriff in Euroland von allen Seiten erleben müssen. Dann, liebe Landsleute, können wir sagen, müssen wir einpacken, ziehen den kürzeren, dann haben wir keine Chance. Für einen Entlastungsangriff bei Abnutzungskrieg fehlt uns das Waffenarsenal, die Munition und die technischen Mittel. Wir haben aufgerüstet im militärischen Bereich. Intelligente Wirkmittel gibt es bei der Artillerie, in der Finanzwaffentechnik leider nicht. Unsere Kommandeure sind verzweifelt, jede Woche wird eine Verteidigungslinie nach der anderen geräumt. Rein defensive Strategie, muss man sagen und wenn man alles zusammenfasst, muss man sagen, es wird so kommen, dass wir keine Chance haben. Der Gegner herrscht auf dem Schlachtfeld, er hat das Gesetz des Handels. Unsere Finanzkommandeure agieren nicht mehr, sie reagieren nur noch. Die Karte kann weg.

Blick ins Publikum

Abschließend vielleicht noch der letzte Tagesbefehl unserer Kanzlerin. Sie setzt auf Kapitulation offensichtlich, so klingt der Tagesbefehl jedenfalls. Er lautet: "Jetzt gilt es vor allem, das Vertrauen der Finanzmärkte wieder herzustellen", nich das soll im Casino des Lagers des Gegners ein großer Lacher gewesen sein. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit."
("NEUES AUS DER ANSTALT", Folge 35 vom 12.5.2011)

Georg Schramm

Für seine seine Sendung "Neues aus der Anstalt" wurde Georg Schramm mit dem deutschen Fernsehpreis 2007 ausgezeichnet: "Den Preis für die „Beste Comedy“ erhielt „Neues aus der Anstalt“ mit Urban Priol und Georg Schramm (ZDF)"
2012 erhält er den Erich-Fromm-Preis. Herzlichen Glückwunsch und bitte nicht aufhören! zur Preisverleihung

Andrea Prym-Bruck: Der Euro aus Sicht der Familienunternehmen

Andrea Prym-Bruck

Guten Morgen und wir haben ein heißes Thema. Das Thema, das hinter allem steht, was wir heute besprechen ist eigentlich Angst. Wir haben alle Angst. Angst vor dem Verlust unseres Wohlstandes, Angst vor Verlust unser Autonomie, Angst vor Fukushima, vor Euro, vor allem möglichen. Ich möchte gerne etwas dagegen tun, dass wir uns so fürchten müssen, weil Angst meistens zur Folge hat, dass man nicht mehr überlegt handeln kann. (1:02) Und allein die Tatsache, dass man sozusagen den Steuerungsverlust als Angst empfindet, legt ja nahe, dass man über Steuerungsmöglichkeiten nachdenkt, die trotz Krise möglich sind. Das Problem ist, dass wir garnicht mehr genau wissen, was uns alles jetzt Angst machen muss. Frau von Storch, ich fand es fabelhaft, dass Sie diese Einleitung gemacht hat, weil Sie uns zumindest ein Mittel an die Hand geben, sich nicht nur steuern zu lassen, sondern auch gegensteuern zu wollen. Ich möchte kurz eine Verwirrung klären. Wir haben 2009 eine Krise gehabt, die Bankenpleite und alles mögliche, was auch finanzbasiert war zur Grundlage hatte. Da konnte man sich noch überlegen, "Wie führen wir Unternehmen aus der Krise heraus?"

Was ich Ihnen zeige, muss ich Ihnen nicht groß erklären. Das sind nur verschiedene Szenarien, wie man aus der Krise heraus kommt. Was wir heute erleben, ist zwar ein ähnliches Szenario, hat aber völlig andere Ursachen. Deswegen ist alles, was man im Zusammenhang mit der Finanzkrise von 2009 gesagt hat, obsolet. (3:) Die Problematik spiegelt sich in mehreren Aspekten. Natürlich ist die Gemeinschaftswährung in ihrer Logik überhaupt erst die Ursache der Krise. Das ist jetzt nun so auf der Hand liegend, dass man es sich fast sparen könnte, wenn es jetzt nicht im Rahmen der Gesamtaussage notwendig wird, da noch einmal darauf zurück zu greifen. Die Staaten können überhaupt erst pleite gehen, weil wir einen gemeinsamen Euro haben. Bevor es den Euro gab, konnte man überhaupt nicht als Staat pleite gehen. Man konnte zwar eine Inflation anheizen, indem man immer mehr Geld druckte und andere Problem sich schuf, aber pleite gehen konnte man als Staat nicht.

Warum ist das so?

Wir haben keinen homogenen Wirtschaftsraum und jeder der gelesen hat oder gesehen hatte, als Griechenland in den EUro-Raum eingetreten ist, dass Griechenland die Kriterien gefälscht hatte, mit denen es aufgenommen wurden, hätte damals sich eigentlich schon in einem massiven Widerstand organisieren müssen. Das haben wir alle nicht getan und das liegt wahrscheinlich auch daran, dass man eigentlich der Meinung sein darf, dass Politiker, die gewählt sind, unser Land zu führen, ihre Aufgabe auch wahrnehmen. Schließlich kann ich mich auch vor das Unternehmen hinstellen und sagen, ich fahr jetzt irgendwo hin und beschäftige mich jetzt mit etwas anderem. Die Aussagen sind nicht erst jetzt, dass das Euro-Projekt ein schrecklicher Fehler war. Ich sehe das nicht so, denn ich sehe eigentlich bis heute sehr viele Vorteile innerhalb des Euro-Raumes. (5:) Die simplen Vorteile, die kennen sie alle, dass man nicht mehr fünf Portemonaies haben muss, wenn man viel unterwegs ist und vieles mehr. Aber es ist auch eine Frage, dass ein Deutschland alleine in einem Weltkonzert sicherlich sehr viel weniger Gewicht hat, als die Euro-Zone.

Was hat der Euro bewirkt? Kurzer Rückblick. Wenn sie sich das Chart anschauen, sehen Sie da alles blass und zittrig, das entspricht vielleicht der Situation relativ gut, dass die Anleihezinsen vor der Einführung des Euros sehr sehr unterschiedlich waren. Und wenn Sie - ohne dass ich die Details jetzt zitieren muss - wie gebündelt nachher das Zinsniveau wird für alle Teilnehmer an der Eurozone, dann können Sie auch unschwer erkennen, dass das natürlich sehr günstig war. Verschuldung konnte angehoben werden, weil die Zinsen niedrig waren, man konnte Konjunkturprogramme aufnehmen, aber alles auf Kosten des gesamten Euroraumes.

Wir sehen eine Entwicklung, wenn sie die Entwicklung der Staatsschulden sehen bis 2010, ist das schon ein gewaltiger Ausreißer, den Griechenland produziert. (7) Aber in Wriklichkeit sind ganz viele Staaten im Durchschnitt über der Maastricht-Grenze. Also die Staatsverschuldungsquote hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Erstmal der Neuverschuldung, logischerweise. Da ist absoluter Renner Irland. Dann haben Sie die Rendite für Schuldtitel und Zuwachsraten und die Wachstumsausichten. Wenn ich nun diese Chart etwas größer mache, kann man auch erkennen, das wer keine eigene Währung hat, Pleite gehen kann, meistens auf Kosten der anderen - das ist bei Pleite immer so. Das vergessen nur Politiker gelegentlich.

(8) Das was ich vorhin schon gesagt habe, sind die niedrigen Refinanzierungsraten. Alle haben sie eine Zeit lang die gleiche Glaubwürdigkeit bzw. die gleichen Konditionen, dann wird es etwas spannender in 2010, und es gibt die ersten Risikoauschläge und der Beitrag der Politik ist und da kann ich Frau von Storch noch ein Mal sekundieren, wenn eine Eigenkaitalquote trotz Basel 3 bei 0% liegt für Staatsanleihen, dann muss man sich fragen: "In welchem wirtschaftlichen Umfeld bewegen sich Politiker?". Natürlich kommen alle Erkenntnisse zu spät und wir können uns jetzt mal überlegen, wie wir damit umgehen. Ein klassischer Grundsatz aus der Wirtschaft ist, dass Unternehmen, die zu ein und demselben Konzern gehören, sich nicht gegenseitig finanzieren dürfen, damit sie sich nicht gegenseitig infizieren, wenn sie nicht gut funktionieren. Das ist das, was man unter "no-bail-out"-Klausel versteht. Wenn dieser Grundsatz so massiv verletzt wird, wie er zur Zeit verletzt wird, könnte man das vergleichen mit einem Flugzeug, in dem Sauerstoffnot dazu führt, dass die Sauerstoffmasken runter fallen und sie gucken erst mal, dass alle im Flugzeug die Sauerstoffmasken auf haben, zumindest der Pilot sollte das tun, damit dann auch alle geretten werden. Doch nun leider Gottes, wenn der Pilot nicht dort sitzt, wo er sitzen soll und die Sauerstoffmaske als erstes auf hat, fällt der gesamte Flieger runter. (10) Das ist das, was die Prognose ist, wenn wir bail-out ignorieren.

Dann die limitierte Geldmenge hatte ich vorhin schon genannt. Die steigenden Zinsen und die Sparmaßnahmen erzeugen nicht nur ein geringes Wirtschaftswachstum, sondern eine absolute Negativspirale, abgesehen davon, dass man ein Volk - ich meine jetzt die Griechen ganz speziell - nur in einem sehr limitiertem Maße weiter quälen kann, denn die, die gequält werden, sind nicht die, die Verursacher sind, sondern die Versacher davon, dass in Griechenland keine Steuern gezahlt werden von Multimillionären und auch wohlhabenden Leuten, sind ja schon längst nicht mehr da. Ich war mehrfach in der Schweiz bei griechischen Fonds eingeladen, um dort zu sprechen. Da ist der Saal mit 300, 400 Leuten gefüllt und die sind alle Griechen, sodass man annehmen kann, dass es auch noch ein paar mehr gibt, die nicht mehr in Griechenland leben.

Jetzt haben wir den Helfer der Notenbank, der EZB, die sich wie auch immer in einem überschlagenden Informationsfluss dann auch zur Rettung auftreten kann. Oder man könnte sich dann überlegen, ob es eine Währunsunion gibt, welche die wenig verschuldeten Länder zusammen fasst und eine, die die stark verschuldeten Länder zusammenfasst. Dann könnte man noch mal über Euro-bonds nachdenken, könnte auch noch mal über Stärkung gegenseitig nachdenken oder auch über Hilfestellung.

(12:) Wenn Deutschland als Bank oder als Bankenrettungssystem für den gesamten Euro-Raum auftreten soll, habe ich neulich gelesen, wird das nicht nur teuer, sondern die deutsche Wirtschaft insgesamt so überfordern, dass Rezession nachher noch das geringste Problem für uns wäre. Also was machen wir? Die Schuldenkrise in Europa wird in der Wirtschaft, aber vor allem auch in der Industrie ihre Folgen hinterlassen. Staatliche Konjunkturpakte können sie vergessen, Aussitzen der Krise ist auch keine Option, weniger produzieren auch schon nicht. Was man aber machen kann, ist im eigenen Unternehmen mit Maßnahmen vorsorgen, damit die Krise einen nicht kalt erwischt. Warum? Krise hat sich früher definiert als eine Besonderheit im Lauf des Jahres und von Wirtschaftszyklen und war die ungewöhnliche Ereignisfolge. Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass es keine erwartbare Ereignisfolge mehr gibt, sondern dass wir in einem ganz Maße wesentlich schneller reagieren werden müssen, dass die Rahmenbedingungen sich ändern.

Krisen Meistert man am besten, indem man ihnen zuvor kommt, ist sehr schön, (14:) die Überlegung, dass man ihnen zuvor kommt, ist aber nicht sozusagen nur auf dem Zuvorkommen der Krise gedacht, sondern wir müssen einem anderen Managementstil und auch einen anderen Wirtschhaftsstil ins Auge sehen, der uns überhaupt so flexibel macht, dass wir das können. Ich habe hier jetzt nur so ein kleines Chart, damit man sehen, wie das innerhalb bzw. außerhalb des Unternehmens mit Vernetzung aussieht. Wenn sie das im Detail interessiert, erzähle ich ihnen gern später etwas dazu, aber das ist jetzt gemessen an der Zeit zu detailliert.

Ich habe jetzt zwei Beispiele an deren ich Ihnen erklären kann, warum da so viel Spielraum ist. (15:00) Das erste ist eine Zahnbürste PhillipSonicer, kennen sie vielleicht aus der Werbung. Die Tatsache, dass das eine sehr einfache Zahnbürste ist, die aber aus 38 Komponenten besteht, die an 12 Zielorten in fünf verschiedenen Zeitzonen auf drei Kontinenten gefertigt wird, führt dazu, dass die stolze Bilanz von 27.000 Kilometern von der Zahnbürste zurück gelegt ist, bevor sie bei Ihnen im Badezimmer landet. Das was man heute als global footprint bezeichnet, das heißt also die Umweltkosten, die vor allem durh Transporte entstehen, sind so massiv, dass eine in Deutschland gefertigte Zahnbürste um 52% preiswerter sein könnte, als diese weltweit gefertigte, wenn man Rücksicht nehmen würde, auf die Kollateralschäden, die man produziert. (16:) Ein Plädoyer dafür, den Standort Deutschland wieder zu stärken und dem wieder zu folgen. Das zweite Beispiel ist, dass nicht nur die Verlagerung von einem Land in das andere scheinbar eine Reduzierung bringt, die massiv ist, nämlich 88% bei einem großen Unternehmen von den USA nach Mexiko. Entscheidend ist aber, dass dabei außer Acht gelassen wird, dass die Steuerung dieses Standortes in Mexiko erheblich komplexer ist und wie oben bei dem Beispiel der Zahnbürste Komplexität eigentlich steigert.

(17:) Wir werden keine Alleskönner-Standorte mehr haben, das ist das sogenannte Boutique-Prinzip. Was wir machen müssen, ist vor allem eine Flexibilität einbauen in der Gestalt, dass man zwar an verschiedenen Standorten fertigt und möglicherweise Produkte auch nur einzeln fertigt, dass aber bereits aufgebaute Ressourcen vorhanden sind, sodass wenn Währungsschwankungen oder politische Ereignisse eintreten, unterschiedliche Aufgaben zur Minimierung der Kosten übernommen werden können. Hier ist das noch ein Mal als Chart aufgestellt. (Sie sehen, dass ich mit dem Forschungsinstitut für Rationaliserung an der RWTH-Aachen zusammen arbeite und die sind da immer sehr chart-affin, ich bin eher wortaffin und Herr Hoffmann hat mir gesagt, es wäre sehr schöner, wenn ich frei reden würde, (18:) aber bei so vielen unterschiedlichen Themen bin ich ganz froh, dass ich auch noch die Folien haben.)

Was ist denn bei so vielen unterschiedlichen Arten zu wirtschaften überhaupt die Vorraussetzung, dass das möglich wird?

Wir brauchen ein flexibles postheroisches Management. Das ist sozusagen mein Beratungsansatz. Postheroisch heißt, dass nicht mehr ein Chef führt und die Angestellten oder die Mitarbeiter folgen dem, sondern sowohl horizontal, als auch vertikal werden die Mitarbeiter eingebunden in Lösungen und Lösungsvorschläge, die dann auch systematisiert und ausgeführt werden. Es muss ein systemisches Verständnis von Unternehmensstrukturen geben, das heißt, wenn ein Unternehmen, wenn es sich an einer Stelle in einem Land sich unterschiedlichen bzw. geänderten Rahmenbedingungen gegenüber sieht, dass es darauf reagieren kann, bzw. reagieren muss. (19:) Und was heißt das zu guter letzt? Hohe Eigenverantwortung in den SubDivisions, mündige Mitarbeiter, eigentlich Mitarbeiter, die Mitunternehmer sind.

Blick ins Publikum

Strategische Projekte speziell müssen umgesetzt werden. Nie darf man vergessen, dass die Strategie nicht etwas ist, was man von dem Standpunkt auf dem man steht, nach vorn d.h. für die nächsten Jahre entwickelt, sondern man muss immer Strategien so entwickeln, dass man sich vorstellt, wie die Welt in 3, 4, 5 Jahren ist und von dort aus zurück deklinieren, was heute angesagt wäre, zu tun, um dann zu bestehen. (20) Das heißt nicht, dass es sich so entwickelt, wie man das prognostiziert, aber wenn man in Bewegung ist, ist auch das Bewegen in andere Richtung einfacher, als aus der Stagnation plötzlich mit einer gewissen Hektik reagieren zu müssen. Also Flexibilität ist das Zauberwort der Zukunft. Es ist aber leider nicht so, dass Flexibilität geradezu trainiert wird, sondern wir kommen eigentlich alle aus Berufen, die wir auf der Universität gelernt haben. Ich selbst habe aber schon drei Berufe hinter mir und die kommenden Generationen werden ganz sicherlicher bis zu ihrem Lebensarbeitszeitende möglicherweise wesentlich mehr machen müssen. Ich danke Ihnen, dass Sie mir zugehört haben. (21) Ich hoffe, ich habe jetzt ihre Zeit nur wenig strapaziert. Wenn sie mehr Informationen haben möchten, können Sie mich über E-Mail kontaktieren, bzw. den Professor Schuh vom [vier]-Aaachen, dem ich sehr danke, dass er mir die Charts so schön aufbereiten ließ. Das Wichtigste ist aber, dass man nicht in Depression verfällt, bzw. dass man nicht glaubt, dass die anderen die Problem für einen lösen. Ich danke Ihnen Frau Storch, dass sie auch das thematisiert haben. Nur wenn wir selbst uns bewegen, kann sich auch was andres bewegen. Dankeschön.

Andrea Prym-Bruck ist Mitglied im Gesellschafter-Ausschuss der Prym-Gruppe

Professor Wilhelm Hankel - Das Ende des Euro. Was danach?

Professor Wilhelm Hankel

Meine sehr verehrten Anwesenden, meine Damen und Herren,

Einerseits bin ich froh, dass so kompetente Frauen vor mir gesprochen haben. Ich will Ihnen auch sagen warum. Sie können zur Zeit in "Business Week" eine für mich hochinteressante Gender-Studie lesen, in der ein namhafter US-Forscher darlegt, warum Kriege und Krisen immer von Männern ausgelöst werden. Er kommt zu der These, die ich voll unterschreibe, mehr Frauen in der gegenwärtigen Krisenbewältigung hätten uns vor so manchem bewahrt, vielleicht auch schon weiter vorran gebracht.[Klatschen] Ich kann das aus persönlichem Erleben bestätigen, nichts hat mich in meiner Laufbahn mehr für Frauen in der Wirtschaft eingenommen, als ein Jahreskongress der Women's-bank, dem ich in Afrika beiwohnte und die Chefin hat in einer unglaublichen Weise dargelegt, dass es keine Bank auf der Welt gibt, die weniger Verluste hat, als die women's-bank. Ich glaube das gilt immer noch.

Aber nach dieser Huldigung auf unser komplementäres Geschlecht möchte ich doch nicht verfehlen, dass ich doch einige Akzente anders setzen werde.

Zunächst ein Mal, uns alle bewegt eine Frage, auf die ich am Ende eine Antwort versuchen werde: Wie wird denn das Ganze enden? Wie wird das enden? Und eng damit zusammen hängt natürlich die Frage, nicht nur, "was können wir dagegen tun?", sondern "Wie können wir uns dagegen schützen". Ich glaube, das sind die Fragen. Und um sie beantworten zu können und wegen der Kürze der Zeit, möchte ich Ihnen mal die vier/fünf gängigsten Politlügen zum Thema kurz vorführen und zerreißen:

  1. 1. Die erste ist die Rettungslüge. Der Euro wird nicht gerettet, er ist auch garnicht in Gefahr. In Gefahr sind failing states die wir alle kennen - Griechenland und Co und Banken, die sie finanziert haben. Das ist nicht die Rettung des Euro, es ist die Rettung dieser failing states und verzockten Banken.
  2. 2. Das zweite ist die Omelett-Lüge. Nachdem wir einmal die Eier zerschlagen, das Omelett gebraten haben, aus 17 Währungen eine gemacht haben, kann das Omelett nicht mehr aufgelöst werden. Das mag nach der Hausfrauenlogik stimmen, aber es schließt eines natürlich nicht aus: Wenn das Omelett ungenießbar wird, dass man ein anderes backt. Und dazu möchte ich einiges sagen.
  3. 3. Die dritte bombastigste Lüge ist, in dieser globalisierten Welt können nur die Giganten überleben. Deswegen brauchen wir das vereinigte Europa, damit wir gegen China, USA - einen sterbenden Riesen - und andere, überleben könnten. Meine Damen und Herren, wenn das je gestimmt hätte, dann hätten wir heute noch Dinosaurier und keine Eidechsen. Die Eidechse hat überlebt und sie wird auch weiterhin überleben, denn Globalisierung heißt zunächst ein Mal: Wettbewerb. Und im Wettbewerb zählt nicht größe, sondern Produktivität, Kreativität und all' die Dinge, die meine Vorrednerin mit Charts belegt hat. (Apropos Charts: Ich habe meine im Kopf. Ich werden Ihnen also keine zeigen, aber gehen sie davon aus, dass das was jetzt kommt, durch Charts belegbar wäre.)
  4. 4. (4) Nach der Globalisierungslüge müssen wir uns auch ganz kurz mit zwei spezifischen Lügen befassen. Die eine ist also die politische Allerweltslüge "Nur der Euro sichert Frieden in Europa": Nun, wir erleben gerade, dass der Euro nicht zur Hamonie der Völker in Europa beiträgt auch nicht zu ihrer Harmonisierung - aus Konvergenz ist längst Divergenz geworden und ich werde ihnen auch ganz kurz die ökonomischen Gesetze aufzeigen, warum das so kommen musste.

Apropos ökonomische Gesetze: Mich fragte neuliche eine Ihnen bekannte Moderatorin in Frankfurt: (5:00) "Was hat Sie eigentlich so gewiss gemacht, dass der Euro eine Katastrophe wird. Sie sind doch eigentlich der größte Langweiler, den es gibt, der seit 14 Jahren immer das selbe sagt. Was hat sie eigentlich so gewiss gemacht, dass Sie ein Mal Recht bekommen werden?" Ich habe gesagt: Ein kleiner Aufsatz, der vor hundert Jahren geschrieben worden ist und den ich zur Pflichtlektüre eigentlich aller Politiker und aller Fachkollegen und eigentlich des Publikums empfehlen würde, denn es ist ein ausgezeichneter Aufsatz. Er ist 1914 erschienen von einem Ökonomen, der lange vor Bader und Hayek gelebt hat, und deren Name Bimbawe ist. Der Aufsatz heißt "Macht oder ökonomisches Gesetz?". Und da legt er auf 30-40 Seiten dar, dass Politik überhaupt keine Chance hat gegen ökonomische Trends anzugehen , denn er kann das Verhalten der Menschen ja nicht von der Ökonomie ablenken.

Meine Damen und Herren, wir haben alle einen zweiten Stimmzettel, den haben Sie im Portemonaie. Es ist der Geldstimmzettel. Er gibt Ihnen nicht nur die Freiheit, gegen eine Politik zu stimmen, wo immer es geht - deswegen haben wir Kapitalflucht aus den bedrohten Ländern. Deswegen haben wir Finanzmärkte, die als unbestechliche Fieberthermometer anzeigen, wie weit der Grad des Krisenfiebers bereits geschritten ist.

Und meine Damen und Herren, es ist die primitivste Buschmännerlogik, zu sagen, wenn uns das stört. das Fieber, schmeißt es weg das Thermometer. Denn es sind die, die jetzt die Märkte ausschalten wollen, die Ratingagenturen. Buschmänner - als ob das Fieber weg ginge, wenn wir das Thermometer weg schmissen. Und es ist auch nicht Spekulation, was diese Märkte antreibt. Es ist der verzweifelte Wunsch von Menschen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen, ihr Vermögen. Dieser Teil der Spekulation ist immer noch der dominante. Und ich werde zur Kapitalflucht die jetzt drohen wird, auch einiges sagen.

Meine Damen und Herren, zu den Paradoxien gehört auch, seit diese Märkte aus ihrem Euro-Rausch oder Doping erwacht sind und wieder zu funktionieren beginnen, indem sie die Einzelrisiken der 17 Euro-Länder aufzeigen, - in Zinsen, in Kurssicherungskosten - in dem Moment sollen diese Märkte nun verboten werden. Denn darauf läuft die Politik, ob es Rettungsorgane sind, oder EZB, das alles ist nur Vorgeplänkel. Dahinter steht etwas ganz ganz anderes und das können sie auch im Rettungsvertrag nachlesen, den unsere Eurokraten natürlich schon verinnerlicht haben, die Artikel 63 und 64. Die geben der Kommission das Recht, nach Anhörung der EZB - Anhörung nicht Zustimmung - die internationale Zahlungsfähigkeit des Euro zu begrenzen, einzuschränken und sogar aufzuheben.

Der Euro ist auf dem schlimmste Wege, eine Art Transferrubel wie der Soviet-Block oder die Mark der DDR zu werden - eine reine Binnenwährung. Und das werde ich versuchen, Ihnen in einer kurzen ökonomischen Analyse vor Augen zu führen. Reden wir zunächst über den Pfusch des Rettungsfonds, ich rede wirklich nur über Pfusch: Der eben zititerte ESFS, der also ermächtigt sein soll für 400 Mrd. Ausleihungen zu tätigen. Wissen Sie, welche Eigenkapitalquote er hat? 0,007 - 007 im Miniformat. 28 Millionen für 400 Milliarden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Anleihen eines solchen Fonds irgendeinen Käufer finden.

Vor Jahresfrist traf ich den Manager dieser Akademie in Tutzingen, Herr Recklingen. Und er tönte vor versammeltem Publikum: "Wenn ich nach Asien komme, dann reißt man sich um mich." Die Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die letzte Anleihe ist kaum verkauft worden und musste mit einem Zins ausgestattet werden, der um gut das Doppelte der deutschen, [Savoreign?]-Bonds, der deutschen Staatsanleihen liegt. Aber auch der zweite jetzt in Auftrag gegebene Fond mit dem fantastischen Eigenkapitalwerrt 700 Mrd. für 500 Mrd. Ausleihungen. Wenn ich richtig addiere, sind das 1,2 Billionen, die dieser Fond entweder aus den Haushalten bekommen müsste, oder aus dem Kapitalmarkt.

Ich würde sagen, beide Finanzierungsquellen sind für diese Summen nicht zu haben, sind sie nicht zu haben. Also auch die zweite Totgeburt. Das dürfte auch der Grund sein, warum man schon an den Dritten Helfer denkt und nach ihm schielt - die EZB. Die EZB soll. wie wir alle wissen und gehört haben, als Helfer in der Not durch fresh money und [quantitätifisy?] (10:34) nach dem Vorbild dem schlimen der Vereinten Staaten - durch Fluten der Banken.

Was soll das eigentlich bringen? Sollen die Banken animiert werden, Euro-Anleihen zu kaufen? Meine Damen und Herren, nicht ein Mal dieses Konzept wird funktionieren, denn die Banken werden sich davor hüten, solchen Schrott zu kaufen. Es gibt noch viele Unterschiede, weil es sich die Vereinigten Staaten - immer noch unter Missbrauch ihres Weltmonopols an Dollar - leisten können. Das kann sich der Euro nicht leisten. Immer noch werden 60% der in US-Amerika produzierten Inflation in die Weltwirtschaft exportiert in Form von Reservehaltung. Dann sind die US-Amerikaner sie los und die haben sie. Auch das kann der Euro nicht für sich in Anspruch nehmen.

Und nichts ist grotesker als die banktechnische Lüge der EZB, die schafft ja ständig ein Gegengewicht gegen die Geldschöpfung, indem sie im gleichen Umfang Bankeinlagen herein nimmt. Sie thesauriert die Geldmenge, die sie vorher geschaffen hat. Meine Damen und Herren, was die EZB tut, ist dass sie Bankeinlagen auf Tagesfrist annimmt und wenn die Bank eine Möglichkeit sieht, das Geld abzuheben, wird sie es abheben. Das ist eine Thesaurierung auf Momentbasis, die auch nichts bringt. Was aber zu einem führen wird - und das macht alle am Geldschäft Bteiligten glücklich -, zur Fortsetzung der asset inflation.

Meine Damen und Herren, wir haben längst einen Typus von Inflation, der in Lehrbüchern noch nicht vorkommt, oder nur kaum, in den Sonntagsreden der Politiker auch nicht. Einen Großteil der Überliquidität, die pausenlos durch dieses Geldsystem teils durch Geldschöpfung und noch viel mehr durch Kreditschöpfung entsteht, wird ja von den kreditschöpfenden Banken wieder angelegt, aber nicht in real asset, nicht in realen Investitionen, Arbeitsplätzen, Innovationen - schön wärs, verehrte Vorrednerin, sondern in reinen Finanzprodukten. Und das erzeugt strahlende Gesichter von Börsenmanagern und Hedgefond-Managern, denn die Aktienkurse, wenn sie mal ein wenig runter gegangen sind, gehen auch wieder rauf.

(13:00) Diese Inflation, die ist von allen Notenbanken finanziert und gewollt. Und in manchen Gesprächen mit diesen hohen Herren, wenn ich sie Frage "Sagen Sie mal, ist Ihnen eigentlich wohl bei diesem Typ von Inflation, den Sie da erzeugen, der erzeugt doch geradezu pausenlos groteske Sekundäreffekte.", bekomme ich eigentlich immer die Antwort: "Was wollen Sie? Diese Inflation kommt in unseren Statuten nicht vor. Eine Zentralbank stabilisert Konsumgüterpreise, aber nicht Investitionsgüterpreise, keine Vermögenspreise". Diese beschränkte Sicht von Zentralbanken ist mindestens so gefährlich, aber sie steckt ja auch hinter der Euro-Krise, wie die Schaffung einer falschen Währungsunion.

Warum ist diese Währungsunion eine Fehlkonstruktion sui generis? Nicht nur aber auch, weil ja Europa genau das Gegenteil eines optimalen Währungsraumes ist. Das ergibt sich schon daraus, dass wir es mit 17 Staaten unterschiedlicher Strukturen, unterschiedlichen Kulturen - - was viel wichtiger ist als Strukturen -, unterschiedlicher Mentalität zu tun haben, aber es fehlt auch die entscheidende Vorraussetzung für das Funktionieren der optimalen Währungszone, nämlich die große Mobilität nicht nur von Kapital, sondern von Arbeit. Die haben wir in Europa nicht und das wäre schlimm, wenn wir sie bekämen. Dann bekämen wir noch mehr Streit unter den Völkern, wenn plötzliche polnische und portugiesische und griechische Gastarbeiter zu Hungerlöhnen auftauchten und das politische Klima unter den Euro-Staaten zusätzlich vergifteten.

(15:00) Also wir sind kein optimaler Währungsraum und wir werdens auch nicht werden, aber das ist auch garnicht entscheidend. Entscheidend, ist dass Staat und Währung sich nicht trennen lassen könnnen und wenn man es versucht, und das ist ja hier geschehen, dann hackt sich der Staat den Arm ab, mit dem er seine Aufgaben erfüllen könnte und müsste. Denn was immer wir nehmen: Konjunkturpolitik, Beschäftigssicherung. Geldwertstabilität - all dieses ist nur mit nationaler Geldpolitik möglich, nicht mit multinationaler, wie wir ja gerade erleben.

Und wir nehmen eigentlich mit der Eurozone und das hat uns die Politik völlig konträr zur Wahrheit vermittelt, wir nehmen mit der Eurozone Abschied von den eisernen Postulaten, der Marktwirtschaft, des Rechtsstaats und der Geldwertstabilität. (16) All diese Dinge sind in einem Multi-monetären System nicht zu garantieren. Die Währungsuniion ist zunächst ein krasser Verstoß - das erleben wir jetzt deutlicher als zu Beginn - gegen demokratische Prinzipien. Man hat die Währungshoheit europäisiert und schon dabei sehen können, dass "europäisieren" nur ein anderes Wort ist für "sozialiseren". Denn die Währungsverantwortung ist mit der Europäisierung auch sozialisert worden und damit auf die übergegangen, die am wenigsten mit Währungsverantwortung zu tun haben wollen.

Zweitens aber sieht man jetzt und das jüngste Verfassungsgerichtsurteil, das meine Kollegen und ich immerhin gegen wiederwillige Richter erfochten haben, bestätigt dies. Zur Währungsunion gehört die Fiskalunion, denn sie ist ohne die Fiskalunion nicht zu implementieren, wie man heute sagt, nicht zu halten. Aber die Fiskalunion stößt nun auch in den Augen unserer Verfassungsrichter auf Grenzen. Sie haben in dem letzten Urteil vom September diesen Jahres die Klage der fünf Kläger pauschal zurück gewiesen. Unser Verdacht ist, damit wir keine Kostenerstattung kriegen, so kleinkariertdenken gelegentlich Richter, denn wenn die Kläger Ihre Kosten selbst tragen, geben sie ja irgendwann mal Ruhe, nicht?

Nein, wir haben zwei wichtige Teilerfolge und die sind in der Öffentlichkeit und in der Presse so gut wie garnicht angekommen, garnicht kommuniziert worden. (18:00) Der eine bedeutet, es gibt zwar nicht quantifiziert, aber es gibt Grenzen der Verpfändbarkeit von Staatseinnahmen, haben die Richter postuliert. Und damit ist eines schon erreicht: Es kann gar keine Euro-Bonds geben. Denn diese Euro-Bonds würden eine unbegrenzbare, automatische Verpfändungsmaschine in Gang setzen, die dann selbstständig läuft, sobald die Bonds gekauft werden. Und wenn sie nicht gekauft werden, werden Sie dann durch die EZB übernommen.

Selbst wenn Frau Merkel umfallen will, sie hat es dann doch mit einem Verfassungsverstoß zu tun und sie können sicher sein, dass wir dann noch mal klagen werden. Das zweite ist auch wichtig und das konnten sie bei der sogenannten letzten Gipfelkonferenz in Europa erleben. Frau Merkel musst nach Hause fahren bevor sie die nächste Zusage machte. Sie musste sich zuvor, auch das haben die Richter festgelegt auf Grund unserer Klage, zuvor die Zustimmung des Parlaments einholen und nicht hinterher. (19) Das mögen kleine Schritte, kleine Teilerfolge sein, aber sie zielen in die richtige Richtung.und ich hoffe, dass ein anderes Parlament als dieses von diesen Teilrechten stärker Gebrauch machen wird als dieses. [Klatschen]

Irgendein Parlament, das den Mut hätte, "Nein" zu sagen, zu weiteren Fondzusagen, Bewilligung für Europa, könnte den Sprung zur Euro-Rettung beenden - könnte. Dieses Parlament ist es nicht, das wissen wir alle. Aber ich hoffe, es wird im nächsten Parlament Abgeordnete geben, die von diesem Recht Gebrauch machen. (20) Ich jedenfalls bemühe mich sehr um freie Wählervereinigungen, auch die Piratenpartei, soweit diese Leute beratungsfähig sind, und das scheinen sie bis zu einem gewissen Grad zu sein. Also neue Parteien im Parlament wären die demokratische Antwort auf das was uns droht. Wobei ich nicht weiß, ob die Antwort ausreicht. Aber ich denke, man muss als guter Demokrat in dieser Richtung tätig werden.

Warum droht uns welches Ungemach?

Meine Damen und Herren, wenn diese Politik weiter geht, die ja im Grunde unter dem Stichwort Hebelung - sie können alle mögliche Stichworte nennen: Eurorettung, neue Fonds, neue Kompetenzen-, immer nur auf eines hinaus läuft, wirklich nur auf eines: mehr Inflation zu produzieren.

(21) Warum wird diese Politik enden und wie wird sie enden? Nun zunächst einmal hat diese Politik durch ihre eigene Widersprüchlichkeit, was kein ökonomisches Gesetz, sondern eine politische Dummheit, durch die politische Dummheit, die Sanierung des Euro an Sparexzesse zu binden, an Entschuldungsexzesse zu binden, dafür gesorgt, dass wir parallel zur Inflation auch noch die Deflation, nämlich in den zu rettenden Krisen-Ländern bekommen haben.

Das heißt, die Eurozone manövriert sich mit extremer, ja mit fast administrativer Lichtgeschwindigkeit in das Nebeneinander von Inflation und Deflation (Das nennen wir inzwischen Stagflation.) in eine Stagflation hinein. Und gegen eine Stagflation hat kein mir bekannter Nobelpreisträger der Ökonomie bisher ein Rezept gefunden, denn er müsste dann ein Rezeot haben, wie man Zinsen gleichzeitig hoch und niedrig macht - hoch gegen Inflation und niedrig gegen Deflation.

(22) Diese Stagflation wird zum politischen Bruch der Eurozone beitragen und führen. Denn die Deflation in Griechenland, in Spanien, in Italien, treibt nicht nur den Menschen auf die Straße, sondern den Staat in die Anarchie. Wir haben bittere Beispiel aus unserer eigenen Geschichte. Wir sollten nicht immer nur an Inflationen denken, sondern wir sollten auch mal an die Brüning'sche Deflation der frühen 30-iger Jahre denken, als ein deutscher Reichskanzler, nicht der direkte, aber der indirekte Vorgänger von Hitler, für ein Phantom, nämlich um Deutschlands Kriegsschulden vor einer Londonder Weltwirtschaftskonferenz zu reduzieren, Deutschlands Armut vorführen wollte. Das ist ihm auch geglückt und er hat mit der Deflationspolitik innerhalb von 18 Monaten die deutsche Arbeitslosenzahl verdoppelt auf damals 6 Mio, das waren 28%. 28% aller Arbeitnehmer! Und die Rettung dieser verzweifelten Menschen bestand darin, dass sie bei der ersten Wahl im Spätjahr 1932 so extrem gewählt haben, wie sie nur konnten, nämlich entweder Kommunisten oder Nationalsozialisten. Und damals hat eine bürgerliche Angstkoalition - schönes Wort - einem Hitler das Mandat erteilt. Denn Hitler wäre nie mit seinen 40% in der Wahl des Spätjahres 1932 [ins Parlament gekommen], wenn nicht die bürgerlichen Parteien ihm das Mandat erteilt hätten, aus Angst, dass die Kommunisten an die Macht kommen.

Also zu solchen politischen Fehlreaktionen kann ökonomisch noch so verständliche Angst führen. Ich denke, wenn die EU-Politik auf der alten Schiene weiter geht, werden wir am Südrand des Mittelmeeres ähnliche Verhältlisse erleben wie am Nordrand - nordafrikanische, nämlich in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Das kann nicht das Ziel sein, aber es wird zu einen führen: Zum Auseinanderfallen der EU. Und damit bin auch schon bei der ersten Konsequenz, die sich abzeichnet.

Auch wenn man heute geradezu ängstlich, angstbessen reagiert, bei dem Gedanken Austritt, dass einzelne Länder austreten könnten aus der Eurozone austreten könnten. Das wird sich garnicht mehr vermeiden lassen. (25) Die politische Situation in Griechenland und wahrscheinlich auch in Italien und Spanien wird früher oder später diesen Schritt erzwingen. Und im Gegensatz zur veröffentlichten und öffentlichen Meinung sage ich nicht etwa, das schwächt den Euro, sondern ganz im Gegenteil: das wird ihn stärken, er ist eine ganz wesentliche Hypothek losgeworden.

Die Frage ist nur, ob die dann verbleibende Restzone in sich so stabil ist, dass sie überleben kann. Daran scheiden sich die Geister. Ich habe ja einen fast Namensvetter, der mich schamloser plagiiert als ein gewisser Doktor aus der CDU und der behauptet, man müsste eine Nord- und eine Südunion schaffen. Meine Damen und Herren, die Nordunion könnte entstehen, die braucht nicht geschaffen werden. Eine Südunion könnte nur ein Nichtfachmann propagieren, denn die bestünde ja nur aus Defizitländern, für die es keinen gibt, der die Defizite bezahlt.

Also für die Südlander, wenn es zu dieser ersten Etappe des Zerfalls der EU kommt, und ich bin sicher, das werden wir sehr bald erleben, dann werden die heutigen Währungssünder sich in dem Club wiederfinden, der ganz vernünftig dasteht und ganz vernünftig verhält, nämlich im sogenannten technisch BKM2, also jenem Wechselkurssystem, das wir in der EU haben, das aus den osteuropäischen Nachbarn besteht, baltischen Ländern - Polen, Ungarn, usw., England und Skandinavien. Wenn wir diese Ländergruppe, die nicht in der Eurozone ist, vergleichen mit den Konkursländern in der EUrozone, dann sehen wir, alle Nichteuroländern stehen besser da, außer England, denn sie konnten ihre Krise mit nationalen Mitteln, Abwertung, Zinspolitik. Strukturprogramme und deren Finanzierung, wesentlich besser meistern, als das arme Griechenland, Spanien oder Portugal.

(27) Es ist völlig richtig, was meine Vorrednerin gesagt hat: In der Eurozone ist ein Tabu entstanden, dass kein Mitglied Konkurs anmelden kann, auch wenn es de facto konkurs ist. Und das ist ein weiterer Grund, warum Länder wie Griechenland, Italien, usw. aus politischen Selbsterhaltungstrieb die Eurozone freiwillig verlassen werden. Denn dann können sie den drohenden Staatskonkurs ersetzen durch die Währungsabwertung. Denn diese Währungsabwertung zieht nicht etwa wie immer wieder behauptet wird eine weitere Überschuldung nach sich, weil dann die in Euro eingegangen Schulden noch teurer bezahlt werden müssen, sondern ganz Gegenteil: sie zieht einen automatischen "hair cut" nach sich, denn ein Land mit eigener Währung kann seinen Auslandsgläubigern eine kleine Pistole auf die Brust setzen und sagen: "Liebe Gläubiger, ihr habt die Wahl. Wir können euch etwas geben, oder garnichts. Nämlich dann garnichts, wenn wir die Grenzen für Auslandszahlungen schließen." Und das hat gottlob bisher im Weltmaßstab dazu geführt, dass Länder, die in dieser Lage waren - Argentinien, Mexico, Rußland, Ukraine, um die bekanntesten zu nennen, alle ihren hair cut gekriegt haben, zwar unter Überwachung des Managements des IWF, der dafür zwei Clubs eingerichtet hat, nämlich die Londoner und den Pariser Club und entgegen allen Prognosen sind die eben genannten keineswegs durch die Kapitalmärkter geächtet worden und jahreling vom internationalen Kredit abgeschnitten worden, sondern heute wieder hoch geachtete Kunden. Sie können heute argentinische, mexikanische, russische Anleihen kaufen und sie stehen heute zum Teil besser da als Euro-Anleihen.

Also, der Austritt, die Verkleinerung ist eigentlich die ökonomische Antwort auf diese Krise. Und die wirklich politische Überlebensfrage der EU wäre, sich endlich wieder einmal im Klaren zu sein, dass ein Währungsgraben innerhalb der EU - und das ist nicht nur ein Währungsgraben, sondern auch ein Graben zwischen den Rechtssystemen, zwischen römischen Recht, zwischen germanischem Recht und den damit verbundenen Konsequenzen, dass dieser Graben eigentlich durch den Euro nicht überbrückt worden ist und nicht überbrückt werden kann, sondern immer mehr vertieft wird.

Was die EU braucht, wenn sie überhaupt noch zusammen halten will (sie ist ja eigentlich ein Geschöpf des Kalten Krieges. Seit der Kalte Krieg vorbei ist, ist die Frage, ob man überhaupt so etwas noch braucht. Weder die NATO noch die EU können für sich in Anspruch nehmen, dass sie die Zeit das Kalten Krieges mit glaubwürdigen Konzepten überbrückt hätten. Die NATO muss bis nach Afghanistan können oder den Irak, um überhaupt ihre Existenz noch zu beweisen. Das hat mit ihrem ürsprünglichen Modell nicht das geringste zu tun. Aber wenn die ein Konzept sucht und braucht, dann kann es nur eines sein, das völlig gleichwertig ist, für alle Mitglieder.) Und die gleichwertige Lösung monetärer Art für alle Mitgliedsländer besteht eben nicht in einer Währungsunion, sondern in einer Wechselkursunion. (31) Sie können die ganze Geldgeschichte zurück verfolgen. Die ganzen großen internationalen weltpolitischen Zusammenschüsse - das Bretton-Woods-System, der Goldstandard, das von Frankreich lange Zeit geführte lateinische Münzkonvention, die lange Zeit bestehende nordische Münzunion - das alles waren niemals Währungsunionen, es waren Wechselkursunionen. Der Staat behielt die Verantwortung für sein Geld, aber er beschloss Bündnisse über den Außenwert, über den Wechselkurs. Und genau das Modell wird sich beim Euro wieder einstellen.

Im Grunde haben wir es ja bereits bei den Nicht-Eurostaaten, die eine Wechselkursunion gebildet haben und ich denke, dieses heute noch Outsidermodell ist eigentlich das Zukunftsmodell. Eine Wechselkursunion bis zu einem gewissen Grad hatten wir ja bis zur Einführung des Euro 1999. Eine Wechselkursunion würde bedeuten

  • dass alle europäischen Währungen wieder gleichwertig behandelt werden
  • dass jedes Land die Eigentverantwortung für seine Währung entweder behält oder zurück bekommt
  • dass jedes Land in der Lage ist, die Politik zu machen, die seiner Struktur, seiner Konjunktur, seiner Beschäftigungslage, seinen konstitutionellen Verpflichtungen und Sozialstandards entsprechen.
  • Und dass Europa trotzdem nach außen, speziell gegenüber dem Dollar ein gewisses Profil zeigt, nämlich die Gewalt über die Wechselkurspolitik nach außen, nicht aber nach innen.

Meine Damen und Herren, es war nichts mehr Publikumsverdummung, oder -verarschung muss man ja schon fast sagen, als den Leuten einzureden, ein griechischer oder portugiesischer Euro sei gleichwertig 1:1 einem deutschen Euro. Diese Wechselkursverzerrung - übrigens, wenn sie sich mal ihren Euroschein, es ist egal welchen, dann sehen Sie diese Euro-Lüge und keineR scheints bemerkt zu haben: In jedem Euroschein war schon zu Beginn eingedruckt hinter der lateinischen Bezeichnung des Euro eine kyrillische Schrift; kyrillisch, soweit ich weiß, wird nur in Griechenland geschrieben und dieser Schein ist gedruckt worden, bevor Griechenland beigetreten ist. Das heißt die Eurolüge war hier schon eingedruckt, man hätte es nur bemerken müssen.

Ich wurde darauf hingewiesen, dass meine Zeit abläuft. Wenn es nicht gelingt, diese Wechselkursunion für die gesamten EU-Staaten - der Euro könnte dann symbolisch, so wie es früher den EKÜ gab, als neuer EKÜ2 fortgeführtm aber nicht als Geld in unserem Portemonaie, sondern als abstrakte Abrechungseinheit für Zentralbakkredite, wie es der EKÜ ja auch war. Wenn es nicht gelingt, diese Lösung herbei zu führen, gibt es nur noch zwei Konsequenzen: entweder die EU bleibt zusammen. Dann wird aus dem Euro die Schwachwährung der Weltwirtschaft, mit Artikel 63 und 64 schweren Zahlungsbeschränkungen im Auslandsverkehr, weil sich sonst die Eurostabilität - die Eurostabilität der Eurozone scheint ja ohne deutsche Überschusszahlen garnicht halten lässt. Und was das bedeutet können wir auch wieder aus der Geschichte ableiten. (35) Hitler hätte niemals so viele jüdische Mitbürger ins KZ stecken können, wenn nicht dieser unselige Vorgänger Brüning die Konvertierbarkeit der Reichsmark abgeschafft hätte. Die Wegnahme der Geldfreiheit, die Freiheit sein Geld mitzunehmen ins Ausland, es dort in Sicherheit zu bringen, hat immer zur Kasernierung von Völkern geführt. Das haben die Juden im Dritten Reich hinnehmen müssen, sie können als alter Mensch nicht ohne weiteres ohne Geld ins Ausland gehen - das können ein paar junge Starke, aber doch nicht etwas ältere Herren in meinem Alter mit Famlie und vielen Kindern. Deswegen konnte man sie greifen und ins KZ sperren. Das gleiche Schicksal, wenn auch in etwas moderaterer Form, haben Millionen DDR-Bürger vor dem Fall der Mauer erlebt. Sie konnten nicht raus. Ein paar Kräftige sprangen über die Mauer, aber wer nicht springen konnte, der blieb in der DDR und genoss die Segnungen des sozialistischen Arbeiterparadieses.

Meine Damen und Herren, dieses Schicksal wollen wir vermeiden und deswegen rufe ich sie ganz im Sinne meiner Vorrednerinnen zu zivilem Widerstand gegen diese Politik, der aktiven Beratung junger Politiker, neuer politischer Parteien in diesem Sinn auf, eine Verpflichtung, der ich mich auch ständig unterziehe. Vielen Dank. [Klatschen]

Prof. Hamer: Internationale Währungs- und Finanzpolitik

Professor Hamer

Meinen Damen und Herren, ich will gleich mit der Landwirtschaft anfangen. Ich habe vor ein paar Tagen im Keller meines Jagdhauses eine Äpfelkiste beguckt und festgestellt, dass einige Äpfel faul waren. Ich stand dann wie ein Europapolitiker vor der Frage, tut man die faulen Äpfel raus oder wartet man, dass alle Äpfel faul werden in gemeinsamer Haftung. [Klatschen] Ich habe mich natürlich für den nicht-europäischen Weg entschieden. Die Euro-Krise ist aber, und das ist entscheidend, nicht ein europäisches Problem, (1: ) sondern wir müssen darüber hinaus sehen in den großen Zusammenhang des vom Dollar beherrschten Weltsystems.

Alle Währungen der Welt orientieren sich am Dollar. Das heißt aber auch, wer den Dollar beherrscht, beherrscht das Weltgeldsystem. Und das dürfen wir bei der ganzen Eurokrise nicht außer Acht lassen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Federal Reserve Bank eine Privatbank ist und insofern keinen Kontrollen seit 1971 unterliegt, auch keiner Bindung an Gold - die können drucken, was das Zeug hält und damit schaffen sie Geld für ihre Eigentümer.

Wie Professar Hankel mit Recht sagt, dass das nicht in den USA längst zu einer grandiosen Inflation geführt hat, hängt damit zusammen, dass sie es in die Welt drucken äh drücken konnten. Sie haben die Welt gezwungen, diese Leitwährung der Welt als Zahlungsmittel anzuerkennen und wer das nicht anerkannte, wurde von heute auf morgen zum Terroristen erklärt und erledigt. Das heißt, die Dollerherrschaft geht so lange gut, wie nicht andere Alternativen im Markt auftauchen oder den Dollar schwächen.

Meine Damen und Herren, der Euro war dabei, die Bonität des Dollar in Frage zu stellen oder sogar zu übernehmen, also musste der Euro kriseln. Dass diese Geldmengendruckerei nicht als Schaden erkannt worden ist, hängt damit zusammen, dass sie einen Riesen-Welt-Wohlstands-Ballon gebracht hat. Jeder dachte, es ginge besser. Wir hatten eine Scheinblüte, die jahrhundertelange Knappheit des Geldes schien plötzlich verschwunden, (3:00) Geld genug vorhanden, Löhne, Umsätze, Preise, Steuereinnahmen, sowie Staats- und Sozialabgaben konnten mehr als je zuvor steigen und nicht mehr die Güterproduktion oder die Realwirtschaft, sondern die Finanzindustrie und die Finanzprodukte galten als Motor der Wirtschaft der Welt, wie mein Vorredner soeben ausgeführt hat.

Im Glücksgefühl dieser neueun Geldschwemme - und das hat jetzt die Folgen - haben die demokratischen Staaten ihre Wähler mit übersteigerten Leistungsversprechen korrumpiert und geködert. Meine Damen und Herren, die Schulden sind ja nicht aufgenommen worden, um irgendwelche notwendigen Investitionen zu tätitigen, sondern sie sind zumeist als Konsumsgeschenke angekommen oder als Sozialversprechungen. was nicht mehr als Staatsannahmen mit Steuern eingenommen werden konnte, konnte mit der Zusatzfinanzierung durch Schulden in die Zukunft verschoben werden. Und wir haben uns alle daran gewöhnt, dass in schlechten Zeiten Schulden aufgenommen wurden, viele Schulden aufgenommen wurden und in guten Zeiten auch wieder Schulden aufgenommen wurden. Das heißt die Finanzminister haben zwar behauptet, sie würden sparen, sie sparten aber nur, dass sie nicht so viel Schulden aufnehmen konnten, wie sie eigentlich wollten. Aber Schulden aufgenommen haben sie jedes Jahr. Auch dieses Jahr wieder.

Das heißt also die Länder haben gegen jeden Sinn und Verstand auf Zukunft operiert. Und dass sie das konnten, Meine Damen und Herren, liegt daran, dass die große Bankenclique, das Bankenkartell, das hinter der FED steht, ihnen diese Schulden angedreht hat. Die waren ja froh, wenn die Länder ihre Gelder nahmen, die sie gerade gedruckt hatten. Will man eine Überschuldung lösen, gibt es nur zwei Wege: (5:) Entweder die Schulden werden abgebaut, also die Geldmenge wieder reduziert. Oder die Güterwerte - das wäre die obere [Grenze], der Blase wird Luft gelassen, oder die Geldwerte müssen entsprechend der gewachsenen Geldmenge angehoben werden. Das eine wäre Rezession, das andere Inflation. Und das ist auch heute die Problematik. Rezession will keiner. Die US-Amerikaner haben gesagt für sich, "Besser Inflation als Rezession" und sie drucken wie die Wilden wieder gegen die Rezession an.

Ob das unser Interesse ist, bleibt dahin gestellt. Welche Interessen haben nämlich die Euro-Länder an einer Lösung - ich komme auf die Lösung, die mein Vorredner genannt hat wieder praktisch hinaus und es ist kein Zufall, dass wir da gleicher Meinung sind - welche Interessen verfolgen eigentlich die anderen Länder? Fragt man sich, wem letztlich, die immer höheren Rettungsschirme, die Schulden- und Haftungsunion in Europa, sowie die Verzögerung jeder echten Lösung nützen, so sind dies jedenfalls nicht die überschuldeten Länder wie Griechenland, Portugal, usw., denn deren Schulden werden durch alle Maßnahemn - ich sage nicht Lösungen - nicht getilgt, sondern erhöht. Das heißt, die werden im Grund wie ein Drogensüchtiger mit immer neuen Drogen vollgepumpt. Das kann keine Lösung sein. Die nächste Generation wird aus den Schulden in diesen Ländern nicht mehr heraus kommen, wenn nicht irgendeine radikale Lösung passiert.

Ihr Interesse wäre, aus dem Schuldensumpf heraus zu kommen, sich zu sanieren und wieder eine neue Aufstehchance zu haben. Die Frage ist: Warum lässt man sie nicht? (7:0) Ich beantworte dies hinterher. Das Interesse Deutschlands liegt nicht darin, dass diese Schuldenkrise in den Ländern aufrecht erhalten wird; liegt noch weniger darin, dass wir, unserer Kinder und unsere Enkel für Schulden - für Leichtsinn in fremden Ländern - haften sollen und praktisch unser Wohlstand verpfändet wird, an die Länder, die gesündigt haben. Die Interessen der europäischen Landen liegen also per Saldo darin, dass eine Lösung geschieht und eine Lösung kann also nur - wie mein Vorredner richtig sagt - ein Schuldenschnitt, ein Austritt aus dem Euro und ein Staatsbankrott sein. Dass dieser möglich ist, haben gerade Länder wie Chile, Argentinien und Mexiko bewiesen. Die haben dies gemacht und haben damit praktisch ihre Sanierung eingeleitet und ihre Zukunft gesichert.

(8:00) Was jetzt von dieser Euro-Clique vereinbart wurde, ist keine Lösung, sondern ist nur eine Zeitverzögerung.

Erstens: Die Angst vor einer Kettenreaktion, die ein solcher Schuldenschnitt nach sich zöge, halte ich für irreal, um es nicht härter auszudrücken. Sie ist sachlich nicht gerechtfertigt. Griechenland ist nur 2,6% des Gesamt-BPI Europas, dies kann Gesamteuropa wirtschaftlich nicht erschüttern. Das ist wirtschaftich nicht möglich.

Zweitens: Griechenland ist nicht nur durch die Euro-Währung, sondern durch vielen Klammern mit Europa verbunden. Knallt der Euro, knallt nicht Europa, sondern nur ein Fehler Europas. Europa bleibt zusammen und kann zusammen bleiben. (9) Wir haben so viele Vorteile in der gemeinsamen Rechtsordnung [Klatschen], dass m.E. auch ein Austritt einzelner Länder Europa als solches, als System nicht gefährdet.

Drittens wäre auch ein Staatsbankrott Griechenlands zu verkraften, auch bei anderen Ländern. Wir glauben doch nicht, dass die 360 Mrd. Euro dabei eine Rolle spielen, die sind längst auf ungefähr 120 bis 140 Mrd. abgeschrieben, wertberichtigt. Das heißt also, es geht hier praktisch eine wirtschaftliche Abwertung längst neben der politischen Abwertung einher.

Viertens: Von deutschen Banken sind es insgesamt nicht ganz 20 Mrd., wobei die beiden großen Privatbanken das meiste haben. (10:) Dieser Betrag ist geringer, als das, was wir bereits da rein geschossen haben und ist wahrscheinlich ein Zehntel dessen, was wir reinschießen sollten, wenn wir uns an der Gesamthaftung beteiligen würden. Also unser Interesse ist das nicht.

Fünftens: Die Hilfszahlungen in Griechenland haben gezeigt, dass mit allen Hilfszahlungen überhaupt nichts besser geworden ist. Man enthebt sie mit Hilfszahlungen der Notwendigkeit, jetzt straffe Korrekturen zu machen. Die machen so weiter im Prinzip. Sie haben den Staatssektor, den sie bis zur Hälfte der Bevölkerung aufgebläht haben, doch nicht abgebaut entsprechend, sondern nur vordergründig etwas zugesagt. Der Absturz Griechenlands ist durch die Hilfszahlungen nur vergrößert worden. Griechenland ist jetzt im freien Fall und pro Woche fliegt mehr Geld aus Griechenland, als wir hinein pumpen können.

(11) Ich weiß nicht, wie lange wir diesen Unsinn aufrecht erhalten können. Viele Staaten in Europa und der Welt haben Abwertungen ertragen. Der Euro würde eine Abwertung, sogar vorübergehenden Austritt einzelner Euro-Länder vertragen, ohne, dass es zum Schwur käme. Schuldenschnitt und nationale Bewältigung der nationalen Finanzkrise ist also der einzige und marktwirtschaftliche Weg, der die Euro-Länder wieder zur Korrektur ihrer Üppigkeit und zur Normalität ihrer Ausgaben und Einnahmen bringen kann. Lassen wir sie das nicht in Eigenverantwortung machen, meine Damen und Herren, und lassen wir uns aufschwätzen, dass wir dazu eine Finanzdiktatur brauchen, wie sie der ESM jetzt vorsieht, dann haben wir neben diesen Fehlern der Verzgerung, die wir jetzt machen, einen kardinalen Fehler eingebaut, nämlich wir hätten dann auch die nationale - meine Vorredner sagte das mit Recht - Finanzsouveränität abgegeben oder überantwortet an eine europäische Finanzdikatatur.

(17) Meine Damen und Herren, der ESM - und ich sage das bewusst so - ist nichts anderes als das zweite große Ermächtigungsgesetz, ein Finanzermächtigungsgesetz. Das erste hat uns aus nationaler Demokratie in nationale Diktator geführt, das zweite wird uns aus internationaler Demokratie in internationale Diktatur - die Euro-Diktatur führen. [Klatschen]

Hinterher haben sich die Politiker geschämt, die dem ersten Ermächtigungsgesetz zugestimmt haben. Künftig werden sich die Politiker schämen müssen, die dem zweiten Ermächtigungsgesetz zugestimmt haben, welches die gleichen .. ähnliche Folge haben wird. (13:00) Es liegt deshalb im Interesse der europäischen Länder, sich durh nationale Maßahmen wieder entschulden zu können, auszutreten, eine Drachme oder Lire oder was auch immer zu machen und damit die ausländischen Gläubigerbanken, die großen Gläubigerbanken, meist US-Banken um ihre Scheinkredite wieder zu entreichern.

Immer war eine Entlastung, immer war das Problem der Schulden und Kredite ein Problem zwischen Gläubiger und Schuldner. Wenn der Schuldner nicht mehr konnte, war der Gläubiger der Dumme. In diesem Fall sollen die Gläubiger nicht die Dummen, sondern die europäischen Bürger der Dumme sein. Das muss einen Grund haben. Der Grund ist sehr offensichtlich. Das sind die Interessen des Dollarimperiums, die US-Finanzindustrie ist nämlich der Hauptgläubiger der Europa-Schulden, deshalb, weil sie die Dollar-Herrschaft haben, darf es keine Privatbeteiligung - nennt Frau Merkel das so nett - darf es keine Gläubigerbeteiligung am Schuldenschnitt haben. Das heißt, alle versuchen, die Schulden aufrecht zu halten, um den amerikanischen Banken, oder den von US-Amerika beherrschten Banken - die Deutsche und die Dresdner gehören auch dazu -, denen die Schulden zu ersparen. Wie kommen wir dazu, Gläubiger, die leichtfertig Kredite vergeben haben, vor ihrem Verlust zu schützen? [Klatschen]

Viele von den US-Banken haben sogar die europäischen Anleihen rückversichert. (15:00) Und die Rückversicherung liegt bei 518 Mrd., die fällig werden, wenn in Europa ein Staatsbankrott erklärt wird. Deshalb haben Obama und die amerikanischen Finanzminister so sehr darauf gedrungen, dass kein Schuldenschnitt, Staatsbankrott, Austritt aus dem Euro passiert. Dann würden bei ihnen 518 Mrd. fällig und die kann auch ein amerikanisches Versicherungssystem nicht mehr ohne Staatsanteil tragen. Das heißt die amerikanische Finanzindustrie, die Dollarherrschaft, ist durch die Europkrise, dadurch dass die Schulden bei ihr hängen und sie die Gläubigerposition haben und dadurch dass die europäischen Banken noch versichert sind, doppelt betroffen. Insofern ist das Interesse der USA, dass niemand hier Konkurs erklärt - dann würden die Folgen kommen -, sondern dass Zeit gewonnen wird.

(16:00) 3. Die USA haben pro Tag 1,6 Mrd. Zufluss nötig, um überhaupt zahlungsfähig zu sein. Es gibt ja zwei Gründe des Konkurses: Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Überschuldet sind die USA ohnehin, aber sie sind noch zahlungsfähig. Aber nur so lange, wie sie 1,6 Mrd. pro Tag, das heißt 400 Mrd. $ pro Jahr aus dem Ausland bekommen, die immer glauben, der Dollar sei sicherer als andere Währungen. Wenn das nicht der Fall ist, wird die USA zahlungsunfähig. Da das mehrmals gedroht hat, war allerhöchste Not und der einzige Weg aus dem Dollar war bisher aus dem Euro. Der galt als relativ sicher, nach China kann man nicht gehen, die das reinste Verg [?]. Insofern war der Euro eine unlautere Konkurrenz für das Finanzimperium Dollar.

(17:00) Es ist insofern auch kaum zufällig, dass bei immer neuen Vertrauensverlusten und bei Absacken des Dollar neue Eurokrisen von den Rating-Gesellschaften befeuert wurden, wobei die Rating-Agenturen in der eigenen Hand der Gläubigerbanken stehen. Das heißt also, hier ist m.E. ein ganz bewusstes Spiel: Das Interesse der Leitwährung will den Euro immer dann kriseln lassen, wenn der Zufluss vom Dollar in den Euro gehen. Er muss aber vom Euro und der restlichen Welt in den Doller gehen, um zahlungsfähig zu bleiben. Und immer wenn der Zufluss nicht mehr klappte, kamen Eurokrisen zu Hilfe, oder wurden Euro-Krisen inszeniert, um den Zufluss zu garantieren.

Es liegt daher auch im Interesse des Dollar-Imperiuns, dass es in Europa vorerst keine endgültigen Lösungen gibt, sondern hier auf Zeit geht, denn so lange noch Zeit ist, haben die US-Amerikaner noch Möglichkeit, ihre Finanzkrise, in der sie ja stecken, - viel größer als unsere Euro-Krise übrigens - ihre Finanzkrise zu manipulieren.

Sie haben dafür drei Wege:

  1. Drucken des Geldes. Die FED ist ja in der Hand der herrschenden Finanzclique und die FED hat bisher schon gedruckt und der Benankel heißt ja auch "heli ben" (18:45), der gesagt hatte, "Wenn die Konjunktur absackt, werden wir Dollarscheine über New York mit Helikopter abwerfen müssen, damit die Nachfrage steigt." Das heißt die haben vor weiteren Geldmengendrucken keine Angst, machen das auch und verlangen das auch - und das ist jetzt entscheidend - diesen Weg, den sie selbst gehen auch von der EZB und von Europa. Die wollen in Europa mit den USA eine Inflationsgemeinschaft machen, damit hier der Euro nicht mehr Vertrauen als der Dollar in der Welt hat.
  2. Das Zweite ist, sie brauchen eine Aufrechterhaltung des Schuldenstandes der Schuldnerländer, weil sie als GLäubiger 200 Länder der Welt durch immer höhere Kreditvergabe in die Schuldnerschaft getrieben haben. Im Krieg um die Weltfinanzherrschaft, war die Kreditvergabe eine neue Form zur Errichtung der Weltherrschaft. Man brauchte die Länder nicht mehr mit Truppen zu besiegen, um sie tributpflichtig zu machen. Den gleichen Effekt kann man auch mit dauerhafter Verschuldung der Länder erreichen.

    (20:) Diese Verschuldung hatte den Vorteil, dass die künftige Abwertung des Dollars oder anderer Währungen diese Schuldknechtschaft erhalten. Und wie man das gemacht hat, hat dieser [economic hitman?] ja beschrieben, der aus dem System kam und uns gesagt hat, dass dieses nicht zufällig, sondern vorsätzlich geschehen sei. Das System ist so klug konstruiert, dass einzelne Bürger oder Länder glauben, die Kredite seien ihr Segen, während sie in Wirklichkeit die Fessel und die Herrschaftsmacht des Dollars war.

    Deshalb darf auch die Überschuldung einzelner Länder nicht jetzt und nicht marktwirtschaftlich gelöst werden. Erst müssen [aus sich der USA] die Einzelschulden dieser Länder zu Gesamtschulden der noch nicht verschuldeten Länder werden, damit das Dollarimperium nicht nur einzelne Länder, sondern möglichst alle Länder in der Schuldknechtschaft hat. (21) Deshalb haben auch die Kommissare in Brüssel und die Atlantiker unter den europäischen Politikern immer nur Lösungen, d.h. keine Lösungen sondern immer nur Aufschubmaßnahmen gesucht, die den amerikanischen Banken die Schulden erhielten und nicht sinken ließen.

  3. Die USA haben noch einen weiteren Weg. Angeblich wollen sie das Öl monopolisieren und dann mit einem dreifachen Wert gegenüber dem Ausland ihre Schulden bezahlen. Wilhelm Engdahl beschreibt dies. Ich halte dies für nicht undenkbar, aber ganz wichtig erscheint mir, dass die USA schon zwei Mal Verschuldungskrisen und Rezessionen durch die beiden Weltkriege zum größten wirtschaftlichen Aufstieg ihrer Geschichte umgedreht haben. Sie sind aus den beiden größten Krisen zum größten Wohlstand gekommen. Je stärker also die Finanz- und Realkrise auch jetzt für die USA selbst wird, desto größer wird die Versuchung, dass die Finanzindustrie, Öllobby, Militär und Neocons wieder einen Krieg zur Ablenkung ihrer Verschuldungs- und Finanzkrise, sowie als Lösung ihrer Rezession anzetteln.

    Immerhin sind 70% des USA-Produktionsstocks rüstungsrelevant. Ohne Rüstung ist die Rezession in den USA nicht zu bekämpfen. Ein Krieg würde nämlich jede Finanzkrise in den Hintergrund treten lassen, sie hätte eine völlig andere Bewertung einer Finanzkrise. Meine Damen und Herren, mir wird Angst, wenn ich höre was zur Zeit gegen den Iran an Maßnahemn eingeleitet und aufgefahren wird. Nicht durch die Amerikaner selbst, sondern ihre Satelliten - auch durch Herrn Westerwelle. Das heißt also, dass hier offenbar Gefahr droht, (23) dass dieser dritte harte und brutale Weg auch als Lösung angesehen werden könnte - könnte.

  4. Welche Eetwicklungen hat die Eurokrise vorraussicchtlich?

    Wäre die Eurokrise nur ein Problem Griechenlands, Portugals, usw. oder nur ein Problem Europas, ließen sich endgültige Lösungen im europäischen Interesse durchziehen. Ich sage aber, es ist nicht ein europäisches Problem, sondern die Strippen werden transatlantisch gezogen. Der Bankrott Griechenlands und seine Abwertung wäre eine saubere marktwirtschaftliche Lösung, wäre eine Erfolg versprechende Lösung und je schneller sie käme, desto weniger Zusatzschulden müssten (24) damit abgewertet werden. Das heißt also, die Zeitverzögerung ist für jede echte Lösung im Grund Gift.

    Solch ein nationales Sanierungssystem würde auch für andere Länder geraten sein und der Euro würde dann praktisch, ich glaube sogar saniert, um seine faulen Äpfel. Wenn ich die faulen Äpfel raus tue, haben die anderen eine Chance, gesund zu bleiben. Lasse ich sie aber drin, ist in wenigen Wochen die ganze Kiste faul. In genau dieser Situation stehen wir ja wieder. Würden die Überschuldungen und Staatskonkurse im Euroland häufig, müsste eben nachgedacht werden, ob die anderen Möglichkeiten auch abgewickelt werden. Sie können ja vorübergehend austreten und dann bleibt ein immer kleinerer Kreis übrig und der könnte den Euro erhalten oder könnte irgendwann auch sagen, "Wir wollen nicht mehr."

    Jedenfalls diese Lösung läge im europäischen Sinne (25), läge vor allen Dingen im deutschen Sinne, denn es geht ja bei allen Maßnahmen, die getroffen werden, nur darum, die deutschen Geldquellen anzuzapfen, um sie auf anderen umzulenken, ein neues internationales Umvereilungssystem einzuführen.

    Niemand weiß, wie lange der Dollar noch das Vertrauen der Welt genießt, alldieweil die USA nicht nur überschuldet sind, sondern auch zahlungsunfähig werden könnten. Die Verteidigung des Dollar durch die Krise des Euro macht deshalb wahrscheinlich, dass singuläre Schulenlösungen einzelner Länder massiv verhindert werden. Das sehen wir ja auch, nicht wahr. Wie kommt man auf völlig unökonomische Maßnahemn wie diese angeblichen Rettungsschirme, Verlängerungsschirme. Darauf kommt man nur dann, wenn da andere Interessen dahinter stehen und uns klar zu machen, das sei unser Interesse, war eben eine der Lügen von denen, die sie eben nannten.

    Die endgültige Lösung ist nicht vermeidbar, denn die Schulden müssen weg. Ich glaube deshalb, dass diese Maßnahmen, die jetzt mit Rettungsschirmen keine Schulden tilgen, sondern nur vermehren, dass sie weitere Länder in die Schuldenbindung treiben und schließlich zum Gesamtbankrott führen werden und diese Lösungen bekämpft werden müssen und deshalb sind wir ja hier. Meine Damen und Herren, diese Gefahr die hier auf uns zu kommt ist größer als der Kalte Krieg, ist größer als alles, was wir bisher gehabt haben, denn es geht hierbei nicht mehr um unsere Generation, denn es geht um ihre Generation und um die Generation ihrer Kinder, die für das zu büßen hätte, was das zweite Finanzermächtigungsgesetz vorhat. [Klatschen]

    (27) Fazit und damit komme ich zum Ende. Eine Schulenunion, eine Haftungs- und Transferunion sind keine echte Hilfe zur Entschuldung, sondern sie sind nur Scheinlösungen, weil sie die Schuldner nicht zu radikalen Reformen zwingen. Nur wenn die aus eigener Kraft radikale Reformen durchführen müssen, können sie sich helfen. Nicht aber auf Befehl von Brüssel oder aus Berlin, wie sie wissen, Weil auch dann die Gesamtverschuldung vergrößert und nicht vermindert wird. Was wir jetzt machen, ist eine ständige Vergrößerung der Gesamtverschuldung. Idiotisch, weil sie auch gesunde Länder in die Gesamtüberschuldung treiben, d.h. in den Konkurs bald treiben. Der Konkurs ist so oder so die Lösung. Entweder haben wir also die Möglichkeit, dass die Einzelläner sih durch Bankrott sanieren, oder wir werden insgesamt nachher den Bankrott erleben. Wie wir uns dann sanieren ist die zweite Frage.

    Der ESM ist schädlich, er zieht uns in einen unbeherrschbaren Schuldensumpf, der die nächste Generation überlastet und der dazu noch das demokratische Königsrecht der FInanzsouveränität aushebelt. Meine Damen und Herren, wie dumm müssten wir sein, wenn wir nachdem was wir bisher erlebt haben auch noch dieses Königsrecht nehmen ließen. Das heißt, dass wir uns dann in Abhängigkeit von anderen unsere Stimmen und unsere Abgaben zuweisen lassen. Meine Damen und Herren, wer das will und das wollen die drei großen sozialistischen Parteien mit dem ESM, macht Hochverrat. [Klatschen]

    Den überschuldeten Ländern wird mit ESM nur vorübergehend Zeit gewonnen, nicht geholfen. Er erspart ihnen die notwendigen Reformen ohnehin nicht, er spart sie nur auf. Als Ökonom muss ich sagen, eine völlig unsinnige Situation. Unstreitiger Gewinner der Euro-Krise und des ESM ist das Dollarimperium, welches zur Zeit in größten eigenen Liquiditätsschwierigkeiten vor dem Euro wieder Luft gewinnt und seine Weltfinanzherrschaft noch behaupten kann. Es ist also zu vermuten, dass die Urheber dort sitzen. Herzlichen Dank.

    Prof. Dr. Eberhard Hamer ist Begründer der Mittelstandsökonomie:

Comments (0) 11.05.2012. 17:18

"I have no more money to eat!"

reflection on the greek money crisis 2011

100000000000

China may "move shortly" to help Europe resolve its debt crisis by providing an investment of as much as 100 billion euros ($132 billion), said Yuan Gangming, an economist at the Chinese Academy of Social Sciences.

The money would probably go to the European Financial Stability Facility, the euro bailout fund, said Yuan, adding that the forecasts are his own and don't necessarily represent government plans. Economists from the academy provide policy advice without direct involvement in decisions.

Helping Europe is like "hitting two birds with one stone," Yuan said in an interview in Beijing Feb. 6. The action would have many benefits and few drawbacks, Yuan said.

China, sitting on the world's largest foreign-exchange reserves at more than $3 trillion, has signaled a stronger willingness to aid Europe, which is the largest market for its exports. Chinese Premier Wen Jiabao traveled with German Chancellor Angela Merkel last week to Guangdong province, a hub for factories making electronics, shoes and toys for export, and said there that helping Europe would be helping China itself.

The Politics of Debt: I have $ 100,000,000,000 and yet I can’t retire